Cuba die etwas andere Karibik
Selbst erfahrene Karibiksegler erleben in Cuba ein unvergleichliches Segelrevier. Gut, weiße Strände, Sonne, Palmen, Musik und karibisches Meer finden wir nicht nur in Cuba. Allerdings müssen wir hier dieses Erlebnis nicht mit so vielen anderen Crews teilen. Außerhalb der wenigen Marinas treffen wir eher selten andere Yachten. Häufiger kommen da schon Fischer an unser Boot, um uns für kleines Geld mit Fisch oder Lobster zu versorgen. Diese Nahrungsquelle ist ein wichtiger Bestandteil unserer Reise, denn außerhalb der größeren Orte sind die Einkaufsmöglichkeiten sehr beschränkt. Auch sonst ist in Cuba Organisations- und Improvisationstalent gefragt, da es an vielen Dingen mangelt und die Versorgungslage sehr stark durch die Blockadepolitik der Amerikaner geprägt ist. Dennoch haben wir es hier mit der wohl geringsten Kriminalitätsrate in der Karibik zu tun. Wer nicht mehr so viel Gepäck in die „kalte Heimat“ schleppen will, wird für alles einen dankbaren Abnehmer finden. T-Shirts, Schuhe oder auch nur Kugelschreiber hinterlassen glückliche Gesichter.
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Klima: Cuba liegt am Rande der Tropen und weist deshalb nur zwei "Jahreszeiten" auf: Die (relativ) trockenere und kühlere zwischen November und April und die (relativ) wärmere und feuchtere zwischen Mai und Oktober mit trockenen und besonders heißen Phasen im Juli und August. Für unsere Verhältnisse ist es immer warm, das mittlere Januar-Minimum sinkt nicht unter 18°C und der August erreicht im Schnitt weit über 30°C; das Wasser wird nie "kälter" als 24°C – und dabei sind das die Werte für Havanna an der "kühlen" Nordküste.
Wind: Der Passatwind weht beständig aus östlichen Richtungen, wobei er im Winter eher nach Nordost und im Sommer nach Südost tendiert. Die Windgeschwindigkeit liegt im Winter bei 10 bis 15 Knoten, im Sommer zwischen 5 und 10 Knoten, dann sind auch Flauten möglich. Vor allem dort, wo die Gebirge nahe an die Küste reichen, kommen thermische Einflüsse hinzu, so dass ein ausgeprägtes Land-Seewind-System den vorherrschenden Ostwind beeinflussen kann. Dieses Wetterschema unterliegt zwei hauptsächlichen Störungen: den nortes oder northers im Winter, heftigen Kaltlufteinbrüchen, die vor allem die Nordküste treffen, mit deutlichen Temperaturstürzen, in denen sich ganz Havanna einen Schnupfen holt, und die dort viele Hafeneinfahrten praktisch unpassierbar machen. Die Hurricanes können nur bei Wassertemperaturen im Atlantik von mehr als 27°C entstehen und beschränken sich deshalb auf die späten Sommermonate, mit Höhepunkt im September und Oktober. Die moderne Meteorologie sagt diese tropischen Stürme inzwischen äußerst zuverlässig voraus.
Allgemeines Informationen
Cuba ist ein für viele überraschend unkompliziertes Reiseland. Es besteht kein Visum- oder Impfzwang, so dass man eine Cuba-Reise praktisch von heute auf morgen starten kann. Wer Devisen in kleinen Scheinen dabei hat, wird vor Ort jedes Problem schnell lösen können. Die Cubaner sind Meister darin, tagtäglich Organisation durch Improvisation und Perfektion durch Hilfsbereitschaft zu ersetzen. Verständnis dafür und dass Zugang zu "harter Währung" zum schlichten Überleben notwendig ist, sollte der Reisende allerdings mitbringen.
Dokumente: Es genügt der Reisepass, der noch mindestens 6 Monate gültig sein muss, plus Touristenkarte (25 Euro, erhältlich bei uns) für bis zu 30 Tage Aufenthalt, einmalige Verlängerung im Land möglich.
Einreise/Zoll: Die Abfertigung kombiniert DDR-Methode mit karibischem Charme – für uns "Schengenländer" mal wieder eine Abwechslung – oder? Das Gepäck wird bei der Ein- und Ausreise vom kubanischen Zoll geröntgt, also sollte man sich an die – ansonsten auch international durchaus üblichen – Vorschriften und Freimengen halten. Falls einer der Zollbeamten (auf einen Wink aus dem Hintergrund) ihr Gepäck durchsucht, tut er das mit ausgesuchter Höflichkeit und wird sich wahrscheinlich mehrmals dafür entschuldigen. Die Einfuhr von GPS-Geräten und Kurzwellen-Weltempfängern ist nicht erlaubt.
Geld: Cuba hat gleich zwei Währungen. Als Tourist kann es allerdings sein, dass man nur mit einer davon in Berührung kommt: dem Peso Convertible, für den auch in Cuba praktisch alles zu bekommen ist. Der "peso convertible" ist eine Art Monopoly-Geld, das als Devisen-Ersatz eingesetzt und sogar zurückgetauscht wird. Der kubanische Peso ("moneda nacional") ist reine Inlandswährung für Einheimische, sein Kurs liegt etwa bei 23:1 zum peso convertible. In dieser Währung erhalten die Cubaner ihre schmalen Gehälter von - umgerechnet - zwischen zehn und zwanzig Euro monatlich. Achtung: das $-Symbol wird für beide Währungen verwendet!
Der Umtausch von europäischem Bargeld ist bei Banken und Hotels problemlos möglich, Traveller-Schecks und Kreditkarten werden akzeptiert, sofern sie nicht auf eine US-Bank lauten (weil der Zahlungsverkehr von amerikanischer Seite blockiert wird; also keine American Express, Diners etc. einplanen), ein System von Geldautomaten ist im Aufbau.
"Blockade": Das amerikanische Embargo bewirkt letztlich nur die Abschottung der USA gegen kubanische Waren. Mangel besteht in Cuba folglich vor allem an Devisen. Von Canada und Mexico aus gelangen auch alle amerikanischen Marken bis zum „original“ Coca-Cola ins Land.
Telefon: Es gibt überall Kartentelefone mit direkter Durchwahl nach Europa. Telefonkarten für 10 Peso Convertible reichen für ein Gespräch von etwa 2 1/2 Minuten! Ein Mobilfunknetz wird in Cuba im Moment aufgebaut, Roaming ist möglich und die Netzabdeckung umfasst unter anderem Havanna, Cienfuegos, Cayo Largo, Isla de la Juventud und Trinidad.
Gesundheit/Impfungen: Für die Einreise nach Cuba sind keine Schutzimpfungen gefordert. Die auch ansonsten generell anzuratenden Immunisierungen (Tetanus, Diphtherie, Polio) sollten gegebenenfalls aufgefrischt werden. Cuba ist malariafrei. Trotz Mangels an importierten Medikamenten genießt das Gesundheitssystem einen ausgezeichneten Ruf, Hotels verfügen über Behandlungsräume mit Krankenschwester, manchmal sogar Arzt. Touristen zahlen für ärztliche Behandlungen in "harter Währung" – also Auslandskrankenversicherung nicht vergessen! Leitungswasser und ungekochte/ungeschälte Nahrungsmittel meiden, Sonnenschutz, Insektenschutz und persönliche Medikamente mitnehmen!
Anreise:
Mit Condor im Direktflug nach Havanna oder Varadero. Auch gute Flüge mit der AirFrance via Paris. Die Transfers können organisiert werden.
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